Katarakt-OPs schenken Augenlicht
Die humanitäre Hilfsorganisation WEFA führt weiterhin Katarakt-Operationen durch.
Mit dem Grauer Star-Projekt der Organisation WEFA unter dem Motto „Bringe Licht in eine dunkle Welt“ werden tausende von Menschen, die unter der Augenkrankheit Grauer Star leiden, behandelt. Jeder Einzelne, der operiert wird, erlangt dank der Wohltäter sein Sehvermögen zurück, kann wieder schreiben und lesen und ohne Unterstützung auf eigenen Beinen stehen. Das Projekt, das zahlreichen Menschen ihr Augenlicht zurückgibt, wird in vielen Ländern Afrikas und zusätzlich in Afghanistan, Pakistan und Bangladesch umgesetzt.
Kranke Menschen aller Altersklassen, von Kindern bis hin zu Älteren, warten darauf operiert zu werden und von den Wohltätern die notwendige Unterstützung zu erhalten, um ihr Sehvermögen zurückzugewinnen.
Aufgrund materieller und technischer Mängel erblinden tausende Menschen an der in Afrika weit verbreiteten Augenkrankheit Grauer Star. Der Graue Star, welcher hauptsächlich durch ultraviolette Strahlen hervorgerufen wird, ist für viele Afrikaner ein Alptraum, weil keine frühzeitige Behandlung erfolgt.
In einigen afrikanischen Ländern stellt der Graue Star eines der größten gesundheitlichen Probleme dar. Es ist zu beobachten, dass diese Krankheit durch mangelnde Infrastruktur und durch Unterernährung hervorgerufen wird. Die Anzahl der Augenärzte in diesen Ländern ist sehr gering. Statistisch gesehen fallen auf einen Augenarzt 40-50 Tausend Patienten zu. Die Krankheit kommt bei allen Menschen jeder Altersklasse vor, bei Jugendlichen, alten Menschen und auch bei Kindern. Es ist herzzerreißend zu sehen, wie Kinder im Alter von 5-6 Jahren an beiden Augen am Grauen Star erkrankt und schon in diesem jungen Alter ihrem Sehvermögen beraubt sind. Hinzu kommt, dass die Lebensbedingungen in den Häusern oder Flüchtlingslagern, in denen sie leben, unzumutbar sind und diese bedürftigen Menschen unter Ernährungsproblemen leiden.
Afrika hat eine Bevölkerungsdichte von einer Milliarden Menschen. Davon sind 1,2 Prozent sehbehindert. Die Hälfte der 10 Millionen Sehbehinderten leidet unter dem Grauen Star. Die Zahl der am Grauen Star erkrankten Menschen, die behandelt werden, beträgt 500 von Millionen. Vor allem in den Wüstenstaaten Niger, Tschad, Mali, Burkina Faso und Äthiopien, in denen durchschnittlich 40.000 Menschen auf einen einzigen Augenarzt angewiesen sein müssten, haben Millionen von ihnen kein einziges Mal in ihrem Leben einen Arzt aufgesucht. Mehr als die Hälfte der Einwohner Afrikas lebt mit einem täglichen Einkommen von weniger als einem Dollar. Allein in Niger sind nur 11 Augenärzte vorhanden. Das bedeutet, dass diese 11 Ärzte für genau 1,2 Millionen Menschen zuständig sein müssten. Der Sudan ist das größte Land Afrikas. Es wird geschätzt, dass im Sudan, das fast dreimal so groß ist wie die Türkei, der Graue Star bei mehr als 2 Millionen Menschen vorkommt.
Unsere OP-Station im Sudan befindet sich auf dem Medizin-Campus der Universität Khartum. Hier werden täglich 35 Menschen an ihren Augen operiert.
Die Krankheit Grauer Star ist nicht nur in Afrika verbreitet. Dadurch, dass Faktoren, wie schlechte Ernährung, genetische Ursachen, metabolische Krankheiten, Vitaminmangel und ultraviolette Strahlen in Afrika stark verbreitet sind und dass ein Mangel an medizinischer Versorgung besteht, leidet in Afrika eine ziemlich große Anzahl an Menschen, darunter sogar Kleinkinder, unter dieser Krankheit. Die Katarakt-Operationen können nur mit chirurgischen Methoden umgesetzt werden.
Eindrücke der an den Operationen beteiligten Personen
„Ich habe großes Mitleid verspürt, als ich sah, dass Menschen aufgrund des Mangels an Möglichkeiten jahrelang mit einer Erblindung leben, obwohl sie mit Hilfe einer banalen Operation von jetzt auf gleich gesund werden könnten. Die Mühe lohnt sich, wenn Menschen, die von ihren Verwandten gestützt zur OP begleitet werden, nach der Behandlung eigenständig den OP-Raum verlassen können. Ich habe bisher mehr als 400 Menschen operiert und ihnen ihr Sehvermögen zurückgegeben. Ich möchte diese Freude und das Glück, das ich erlebe mit all meinen Kollegen teilen.“
Op. Dr. Rukiye Uslup
„Ich habe gesehen, wie traurigen und hoffnungslosen Menschen, die auf die OP warteten, wieder ein Gefühl der Hoffnung überkam, wie sie ungeduldig, glücklich und doch verunsichert warteten. Es ist ein unbeschreibliches Glücksgefühl, die dankbaren Gesichter der Betroffenen und ihrer Angehörigen zu sehen, die niemals die Möglichkeit bekommen würden, woanders operiert zu werden und mitzuerleben, wie sie ihre Gefühle ausdrücken. Ich werf mir immer wieder vor, warum ich nicht mehr getan habe, als ich dort war.
Wir haben miterleben dürfen, wie diese Menschen, die gespannt und voller Hoffnung darauf warteten, dass endlich die Augenbinden abgenommen werden, mit einer überaus großen Freude und einem breiten Lächeln im Gesicht strahlten, als sie das Licht sahen und wie ihre Angehörigen ihre traurigen und zugleich glücklichen Gefühle äußerten.
Ich werde nie vergessen, wie die behandelten Patienten das Krankenhaus verließen und bei der Verabschiedung so dankbar waren, dass sie sich immer und immer wieder bei uns bedankten.“
Dr. Şaban Coşkun
„Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Ob bei der ehrlichen Dankbarkeit dieser unschuldigen und hilflosen Menschen, die ihnen ins Gesicht geschrieben stand, oder meiner Angst davor, zu hören, „Warum sind sie nicht eher gekommen!“. Ob ich davon erzählen sollte, wie eine junge Afrikanerin es kaum glauben konnte, nach der Operation ihres einen Auges, das sie noch besaß, dass sie wieder sehen kann und darüber eine so große Freude verspürte, als wolle sie die ganze Welt umarmen. Oder soll ich mich über diese junge Frau beschweren, weil sie das Sprichwort „Männer weinen nicht“ völlig durcheinander geworfen hat und ich vor meinen Arzthelferinnen mein Ansehen verloren habe. Oder sollte ich zugeben, dass mich der Gedanke überkommen hat, ob die erste Zeit meines Lebens nicht völlig umsonst gewesen sei, obwohl mein Arbeitsleben ziemlich anstrengend verlaufen ist.
Oder sollte ich auch sagen: „Ich fühle es, ich kann es nicht beschreiben, mein Herz kann nicht sprechen, daher bin ich so merkwürdig“ wie es der türkische Dichter Mehmet Akif Ersoy es ausdrückte.“
Dr. Ferruh Bican
„Der zufriedene Ausdruck in den Gesichtern der Menschen hat mir mehr als gereicht. Dieser Ort ist sehr interessant. Am Morgen sind zwei Kinder gekommen. Sie trugen keine Schuhe, aber lächelten trotzdem und waren überaus fröhlich… Ich habe hier gelernt, was es heißt, dankbar zu sein. Was wir brauchen sind keine materiellen Dinge, sondern menschliches Verhalten.“
Krankenschwester Betül Başoğlu
„Ich konnte solch eine Arbeit nicht ablehnen und wollte unseren muslimischen Brüdern und Schwestern in diesem Land helfen. Die Zeit, die ich im Sudan verbrachte, zählt zu den bedeutsamsten Tagen meines Lebens. Als ich in die Türkei zurückkehrte, habe ich sehr viel geweint. Es hat mich zutiefst bedrückt unsere Brüder und Schwestern dort verlassen zu müssen. Ich wünsche mir, dass alle Bediensteten des Gesundheitsbereichs einmal in ihrem Leben Afrika besuchen und den hilflosen und bedürftigen Menschen dort helfen.“
Krankenschwester Havva Yıldırım
„Ich gehe nach Afrika um mit meiner Tätigkeit als Krankenschwester Almosen zu leisten. Ich gehe hin um die bedeutsamen Blicke der Menschen, die sich hinter ihrer Augenkrankheit verbergen, zu betrachten. Das ist Afrika. Alles ist hier anders: die Sprache, Kultur, das Klima, die Farben. Sogar die Farbe der Steine und der Straßen ist anders. Zwischen so vielen Unterschiedlichkeiten gibt es doch einen Weg der Verständigung. Die Sprache des Herzens und der Augen. Die afrikanischen Menschen hier sollten nun auch über ihre Gefühle sprechen können, sobald sie das Augenlicht zurückbekommen. Diese Menschen sind auf uns angewiesen und wir sind angewiesen auf ihre Bittgebete. Das ist Afrika. Das Land der armen Kinder, die im Wüstensand spielen, von dem der Nil umgeben ist, der langsam südwärts fließt. Das Land der Menschen, die in halboffenen Zementbauten ein Leben führen. Uns bleibt nichts zu sagen, wenn diese Menschen sich stützend auf die Sure Al-Fajr des Koran bei uns beschweren, in der geschrieben steht: Nein, doch ihr ehrt nicht die Waisen, Und treibet einander nicht an, den Armen zu speisen (Fajr 17, 18)…“ Krankenschwester Ayla Özdemir |
„Ich wünsche, dass dieses Projekt in noch weiteren Ländern umgesetzt wird. Ich bin jeder Zeit bereit, an solchen Projekten teilzunehmen. Es ist für mich eine Ehre.“
Op. Dr. Said A. Farabi
„Stellen Sie sich vor, Kinder, die mit 20 Prozent Seebehinderung auf die Welt kommen, junge Leute, deren Lebens- und Arbeitssituation aufgrund einer Erblindung negativ beeinträchtigt ist, alte Menschen, die seit Jahren beim Laufen und sogar Essen auf Hilfe angewiesen sind… freiwillig helft ihr diesen Menschen und bekommt von ihnen ein Lächeln und Bittgebete zurück…Ich kann es nicht beschreiben, dieses schöne Gefühl von Freude… die Menschen hier werden ständig von anderen Ländern ausgebeutet und leben ganz alleine in dieser Unwissenheit. Ihr seid ein Vorbild für den menschenfreundlichen Charakter und die Treue der türkischen Gesellschaft. Und das schönste daran ist, dass ihr es aus Güte macht und keine einzige Gegenleistung verlangt. Schön, oder nicht?! Dieses Projekt ist wirklich hervorragend und mit großer Sorgfalt organisiert. Ich habe zum ersten Mal an solch einem Projekt teilgenommen und hoffe, hiernach an weiteren Hilfsprojekten teilnehmen zu können.“
Krankenschwester Ayşe Yazar
Bringe Licht in eine dunkle Welt
Mit nur 60 Euro (gültig ab dem 01.01.2011) können auch Sie einem an Grauem Star erkrankten Menschen das Sehvermögen zurückgeben. Rufen Sie uns für ihre Spenden an:
Köln: 0221-880 64 80
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