Zum Opferfest bei den Flüchtlingen des ehemaligen Arakan
Die humanitäre Hilfsorganisation WEFA hat in Regionen, deren Namen unsereiner vielleicht zum ersten Mal hört, zum Opferfest die Verteilung von Kurban-Fleisch verwirklicht. Auch den Arakanern, die aufgrund der Unterdrückung in Myanmar, früher Birma genannt, nach Bangladesch auswandern mussten, haben die Wohltäter in Europa ihre Kurban-Spenden zukommen lassen.
WEFA hat in dieser Kurban-Kampagne für die Arakaner im Auftrag der Spender in Europa Opfertiere geschlachtet, die 525 Portionen Fleisch ausgemacht haben.
Die Hälfte der Bevölkerung im ehemaligen Arakan war gezwungen in andere Länder auswandern.
Nach zahlreichen Verboten und Einschränkungen sind die Arakaner nach Bangladesch geflüchtet, um ihr Leben zu retten. In Bangladesch erwartete sie aber eine andere Tragödie. Das unterdrückte Volk, das gerade erst eine Höllenfahrt hinter sich gebracht hatte, wurde von nun an in eine andere Dunkelheit getrieben.
Der Fluss Naf, der die Grenze zwischen Bangladesch und Myanmar zieht, war der Übergangspunkt für die Flüchtlinge aus Arakan. Dieser Fluss, an dem sich der Tod und die Freiheit überschnitten, war der Grund, warum jedes Jahr zahlreiche Arakaner ums Leben kamen.
Die Flüchtlinge in den Flüchtlingslagern dürfen sich nicht zusammentun, um für ihre Rechte zu kämpfen und für ihre eigenen Probleme Lösungswege zu finden. Unter diesen Bedingungen existiert für sie weder ein Sprachrohr, mit dem sie auf internationaler Ebene die Öffentlichkeit erreichen, noch eine Person oder Institution, die sie vertritt und hinter ihnen steht.
In den Flüchtlingslagern Leda, Kutupalong und Noyapara sind 15.000 Menschen auf einer engen Fläche verteilt und wie eingesperrt. 65 Prozent davon sind Kinder. Die Menschen leben regelrecht aufeinander, sie bekommen Blätter und Kraut zu essen und das einzige, was sie trinken, ist Regenwasser. Ihre Unterkünfte sind aus Ästen gestrickte, nur 5 m² große Hütten. Ihre kleinen Babys legen sie im schlammigen Boden, der durch die Monsun-Regen verursacht wird, zum Schlafen.
Hier wird Elend, Hungersnot und Armut anders definiert. Übliche Beschreibungen, Deutungen, Kriterien, Bedingungen und Standards können diese Situation nicht wiedergeben. Diese Menschen haben keinen Namen. Sind sie Auswanderer? Flüchtlinge? Gäste? Gefangene? Bewohner? Zuwanderer? Sklaven? Oder doch Reisende? Niemand weiß es! Sie haben keinen Status und keine Nationalität. Sie haben kein Land und keine Identität. Sie haben weder eine Heimat, noch Häuser, sondern nur ihre kleinen verwaisten Kinder, die kein Dach über dem Kopf haben. Tausende zerrissene Familien tummeln sich auf einem Fleck…
WEFAs Hilfen für die Arakaner
Die humanitäre Hilfsorganisation WEFA führt jährlich verschiedenste Hilfsprojekte in der Region des ehemaligen Arakan durch, darunter u. a.:
· die Verteilung von Lebensmittelpaketen im Fastenmonat Ramadan
· gemeinsame Fastenbrechen an Ramadan
· das Sponsorenprojekt für Waisenkinder
· der Bau von Waisenhäusern
· Schreibbedarf-Hilfen
· die Verteilung von Grundnahrungsmitteln
· die Verteilung von Decken im Winter
· das Spenden von Rollstühlen für gehbehinderte Menschen
· die Verteilung von Fahrradtaxis
· der Bau von Brunnen
· Spenden für Augen-Operationen
· die Verteilung von Großvieh zur Unterstützung des Lebensunterhalts
· die Verteilung von Nähmaschinen für verwitwete Frauen zur Unterstützung des Lebensunterhalts






