Opferfest in Sandschak Novi Pazar und Vojvodina
Die Humanitäre Hilfsorganisation WEFA hat in der diesjährigen Kurban-Kampagne auch die Balkanländer nicht vergessen. Im Folgenden werden wir gemeinsam die Eindrücke des WEFA-Beauftragten Bahaddin Yildiz lesen, der in die Region geschickt wurde:
26. November. Ich befinde mich in der Stadt der Trennung, Sehnsucht, Schönheit und des Gelehrten und Mudschahids Alija Izetbegovic. Bei der Kampagne werde ich WEFA repräsentieren und die Balkanländer der Reihe nach bereisen.
Herr Hasan Öztürk, Chef des türkischen Senders Ülke TV, der die IHH (TR) repräsentieren wird und Herr Muhammed Hanifi, der Lehrbeauftragter in Istanbul ist, gingen mit unserem Reiseführer Ridvan Sancakli zum Konsulat, um das dreitätige Visum für Serbien zu beantragen. Ich ging zum Märtyrer-Friedhof, um Alija zu grüßen und ihm ein gesegnetes Fest zu wünschen. Seine Türbe war mit einer kleinen Kuppel überdacht. Ich grüßte ihn im Namen aller Muslime. Wie die Iraner fasste ich an den Grabstein und lies die Eröffnungssure des Koran.
Die Technologie lies keine Emotionen zu; Mein Handy klingelte. „Wir haben die Visa bekommen, wir brechen sofort auf. Lasst uns an der großen Straße treffen.“
Der Fahrer der Madrasa- Novi Pazar Habip empfing uns und fuhr uns zu unserem Aufenthaltsort. Das Abendgebet verrichteten wir gemeinschaftlich im Dorf Dugapolena, das in Sandschak Novi Pazar liegt.
Zur Zeit des Nachtgebets waren wir in Novi Pazar angekommen. Wir berieten uns mit dem Direktor der Madrasa Mustafa Bey. Der Schlachtungsvorgang sollte hier am zweiten und in Novi Sad am ersten Festtag durchgeführt werden. Wir entschieden uns, zunächst dorthin zu fahren. Habip sollte uns während unserer Reise begleiten. Wir machten uns auf dem Weg Richtung Novi Sad. Um 2 Uhr nachts Ortszeit erreichten wir die Stadt. Wir hatten uns eine Ruhezeit bis zum Morgengebet verdient. Nach dem Morgengebet brachen wir auf, um die zentralgelegene Moschee in Novi Sad zu finden. Die Moschee war ein gemietetes schmales und langes Haus mit zwei Geschossen. Das obere Geschoss war mit Menschen überfüllt, die zum Festtagsgebet kamen; wir fanden sehr schwer einen Platz. Gemeinsam mit unseren romanischen Brüdern richteten wir uns Schulter an Schulter Richtung Kaaba. Hasan Bey machte nach dem Gebet Videoaufnahmen. Während Ridvan sich auf Boschnakisch mit dem Imam unterhielt, bot ich der Gemeinde die türkische Süßspeise Lokum an.
Für den Schlachtungsvorgang gingen wir zu einem Ort namens Vekilirit, der aus 250 Häusern besteht und dessen Gesamtbevölkerung Muslime sind. Alles war so lebhaft. Kinder grüßten und wünschten uns mit „Bayram Bayram“ gesegnete Festtage. Zwei der acht Opfertiere hatten wir unmittelbar geschlachtet. Während die Metzger mit dem Häuten beschäftigt waren, gingen wir los, um die Moschee dieses Ortes zu besuchen. Auf dem Weg trafen wir eine Gruppe von vier Leuten und fragten sie nach der Moschee. Einer von ihnen war der Vereinsvorsitzende der Moschee. Er hieß Ramazan und war 32 Jahre alt. Er zeigte uns die Moschee. Wir betraten die Moschee, die einen Totenwaschraum, zwei Toiletten und im Hof einen kleinen Brunnen aus Blech hatte. Ebenso wie die Moscheen in Deutschland war sie klein und tadellos gepflegt. Die Frauenabteilung war durch einen Vorhang getrennt. Sie bauen ein Haus für den Imam. Den Bau der Wände haben sie schon abgeschlossen. Aus Mangel an finanzieller Mittel haben sie es nicht geschafft, das Dach zu bauen. Deshalb sieht der Bau wie ein historisches Überbleibsel aus. Wir sagten ihnen, dass wir so Allah will wieder kommen werden, um den Bau abzuschließen. Zusammen mit Ramazan kehrten wir zurück. Während unserer Abwesenheit wurde das Fleisch zerteilt. Nun verpackte man es in Tüten. Unmittelbar danach begannen wir mit der Verteilung. Bevor ich Ramazan seinen Anteil gab, steckte ich ein Geschenk hinein und gab ihm so die Tüte. Nach der Verteilung haben wir uns mit Ramazan fest und herzlich umarmt; andere Ehrenamtliche taten dasselbe in Afrika mit einem Schwarzen, in Afghanistan mit einem Paschtu und in der Sahara mit einem Sahrawi. Ich fragte nach Ramazan‘s Adresse; wir würden ihn nie mehr allein lassen.
Nach dem Abendgebet brachen wir Richtung Sandschak Novi Pazar auf. Das Nachtgebet verrichteten wir gemeinschaftlich in der Bayrak-Moschee in Belgrad.
Während der Fleisch- und Geschenkverteilung an Waisenkinder am vierten Festtag fragte Herr Hasan Öztürk Ayse Vesa, deren Vater gefallen ist, Folgendes: „Hier soll es einen Haci Kemal geben, wer ist er?“ Vesa antwortete mit Stolz: „Er ist unser Vater, wenn er nicht gewesen wäre…“
Herr Muhammed Hanifi lief vor mir hinter den Omnibus; Wir lehnten unsere Köpfe auf das kalte Metall an und taten das Menschlichste; wir weinten…
Bahattin YILDIZ






