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Eine Initiative junger Studenten für Pakistan

Junge Studenten aus Osnabrück in Deutschland haben auf die Katastrophenopfer der Flutkatastrophe in Pakistan aufmerksam gemacht. Mit der Genehmigung der Stadt haben sie in verschiedenen Einkaufszentren Stände aufgestellt und für Pakistan Spenden eingesammelt.

Die jungen Studenten, die am 28.08.2010 im Einkaufscenter im Zentrum von Osnabrück und am 04.09.2010 in Bielefeld einen Stand aufgestellt haben, werden am 18.09.2010 in Rheine einzelne Stände aufstellen, über die Flutkatastrophe in Pakistan informieren und für die Unterstützung der Opfer etwas verkaufen. An den Ständen werden außer der Soforthilfe für Pakistan der Humanitären Hilfsorganisation WEFA auch die anderen Hilfsprojekte vorgestellt und an Interessierte Broschüren verteilt.

Den folgenden Brief haben uns unsere jungen Unterstützer zukommen lassen:

 

Gemeinsam für Pakistan

Auf der einen Seite Millionen von Menschen, die ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben, unzähligen Gefahren ausgesetzt sind und in einem Hauch von Nichts um ihr Leben kämpfen…auf der anderen Seite wir, als Menschen, die  in einem vermögenden Leben an finanzieller Knappheit leiden und sich schwertun ihre helfende Hand entgegenzustrecken…

Wir konnten uns nicht allein mit seelischem Rückhalt für die Opfer der Flutkatastrophe in Pakistan zufrieden geben. Wir wussten, dass wir mehr erreichen können und mussten diese Chance nutzen. Wir haben die Gelegenheit ergriffen und sind in Aktion getreten, um sowohl unsere menschliche Pflicht zu erfüllen und Menschen, die mit uns die gleichen Gefühle teilen, als Wegbereiter zu dienen und sie zur Tat zu veranlassen, als auch an die verkümmerten Gewissen dieses in materiellem Überfluss untergehenden Landes, in dem wir leben, zu appellieren und auch sie dazu zu bewegen, den Opfern unter die Arme zu greifen.   

Wir als Studenten haben uns auf den Weg gemacht um für Pakistan in der Innenstadt einen Hilfsmarkt zu organisieren. Damit wir die notwendigen Gegenstände dafür aufbringen konnten, haben wir die türkischen Läden und Moscheen in unserer Umgebung um Hilfe gebeten. An jedem Ort, den wir aufgesucht haben, wurde uns mit großem Wohlwollen ein Teil der notwendigen Dinge aufgebracht. Somit ist jeder dieser Wohltat zuteil geworden und war das Salz in dieser heiligen Suppe, das ihr Geschmack gegeben und ihre Konsistenz ausgemacht hat.    

Während wir darüber nachgedacht haben, dass wir uns nicht damit zufrieden geben können, nur zuzuschauen und nur in unserem Umfeld für unsere Glaubensbrüder Geld zu sammeln und es ihnen zu schicken und dass wir noch etwas anderes machen müssen, ist uns ein Hilfsmarkt in den Sinn gekommen und wir haben es spontan innerhalb einer Woche mit Gottes Wohlwollen organisiert und es auf die Beine gestellt. In dieser Woche hatte es sehr stark geregnet, aber wir wollten die Hoffnung nicht aufgeben und haben für diesen Samstag, an dem durchgehend verkauft werden sollte, gebetet und andere beten lassen. Als wir an diesem Tag morgens aufgestanden sind, kam die Sonne auf und ließ unsere Gesichter erstrahlen. Der Himmel war klar und die Sonne lachte uns an. Sowohl mit der Freude über das schöne Wetter, als auch mit der Zufriedenheit darüber, das alles perfekt lief, haben wir am Samstag, den 28.08.2010 in der Innenstadt von Osnabrück unseren Stand aufgestellt und angefangen zu verkaufen.                

Da wir wissen, dass die Leute sehr neugierig auf türkische Spezialitäten sind, haben wir hausgemachte Spezialitäten und Teigwaren, gefüllte Weinblätter, Süßigkeiten u.v.m. verkauft. Unser Stand hat viel Aufmerksamkeit erregt. Auch als es zwischendurch geregnet hat, ist das Interesse der Leute nicht weniger geworden und unter diesem starken Regen haben viele Menschen trotzdem etwas gekauft und Pakistan somit ihre helfende Hand gereicht.  

Das, was uns am meisten berührt hat, war, dass die Deutschen sich nicht, so wie wir es gewohnt sind, von uns distanziert haben, sich uns ohne Vorurteile genähert haben und gerne mehr Informationen über das Projekt haben wollten. Es sind sogar einige vorbeigekommen und haben ohne etwas zu kaufen Geld gespendet. Dazu haben viele von ihnen kein Restgeld verlangt und sogar mehr gezahlt als nötig. Das war für uns ein Zeichen dafür, dass auch die Deutschen Einfühlungsvermögen gegenüber den muslimischen Flutopfern zeigen konnten. Gott weiß, ob der Regen, der in dieser Woche in Osnabrück in überschüssigem Maße fiel, die Keller die unter Wasser standen und die Straßen, die überflutet waren, dazu beigetragen haben.      

Eines der schönsten und unvergesslichsten Momente war, als ein kleines pakistanisches Mädchen zu uns kam, uns Geld in die Hand drückte und sagte: „Guten Tag, ich möchte euch das hier geben, weil ich auch aus Pakistan komme, ich bin auch Pakistanerin“. Ihre Mutter war auch bei ihr. Sie stand weiter hinten mit einem Kinderwagen, hatte ihre Tochter zu uns herübergeschickt und wartete auf sie. Die Frau sah aus, als hätte sie keine Kraft zu lächeln wie wir. Sie schien traurig zu sein. Die Tatsache, dass sie ihre Tochter wie eine Friedenstaube und ein Symbol der Brüderlichkeit zu uns geschickt hatte, gab uns in unserer Arbeit eine Bestätigung. Als das kleine Mädchen ging, kamen uns die Tränen und wir konnten uns nun viel besser in die Situation hineinversetzen.

Ja, wir waren wirklich Stolz darauf den Nachkommen der pakistanischen Mütter, die uns einst im Unabhängigkeitskampf ohne zu zögern ihren goldenen Schmuck sandten,  helfen zu können. Mit noch größerem Eifer setzten wir unsere Arbeit fort. Am Tagesende wurden wir ganz unerwartet mit einer überraschenden Zahl konfrontiert: Wir hatten insgesamt mehr als 900 Euro gesammelt. Dieses schöne Bild hat uns zahlreiche Dankesgebete aussprechen lassen und tut es immer noch. Gott möge es jedem mehrfach vergelten, der auch nur ein Weniges zu diesem Projekt beigetragen hatte.     

 

Möge Gott unsere Brüder und Schwestern, die uns ein Zelt, einen Tisch, einen Stuhl, Wasser, Essen bis hin zu Tüten beschaffen haben, segnen und sich ihrer erbarmen.

Natürlich danken wir auch der Humanitären Hilfsorganisation WEFA, die uns in diesem Projekt unterstützt hat. Gott möge ihre guten Taten lohnen und fortsetzen.

Wir haben verstanden, dass aus Zusammenhalt Kraft entsteht…

Und wir haben auch verstanden, dass Gott uns alle Türen öffnet, wenn wir ihn bitten…

Wir müssen es nur wollen...!

 

 

01.09.2010   

Ehrenamtliche junge Studenten aus Osnabrück