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Irgendwo da drausen, gibt es eine Gruppe von Menschen.

Es sind tausende ausgegrenzte Menschen, die obdachlos und heimatlos sind.

Sie haben ein Schicksal, welches nach außen getragen werden muss...

Sie haben einen Ruf, welcher erhört werden muss....

                                       Bedriye Özdemir

 

In Südbangladesch gibt es drei verschiedene Flüchtlingslager, wo die Menschen alle das gleiche Schicksal erleiden: Masoni, Kutupalong und Teknaf.

 

In Teknaf  leben die Menschen ein anderes Leben als wir; ein ganz anderes!

 

Sie haben ein Leben, welches schwer in Worte gefasst werden kann, ohne es erlebt und mit eigenen Augen gesehen zu haben.

 

Weder Worte noch Bilder können ihr Leben beschreiben!

 

Durch ihre lächelnden Posen, werden ihre Gefühle im tiefen Inneren nicht erkennbar…

 

Teknaf, ein Ort, wo ein Volk Zuflucht vor einem menschenunwürdigen Leben sucht. Es sind die Arakaner! Sie fliehen in Sumpfgebiete im Süden von Bangladesch, wo sie ein Leben in noch stärkerer Armut und Elend erwartet, als in Arakan.

 

Sechs bis sieben, manchmal sogar bis zu zehn - köpfige Familienmitglieder leben in Baracken ähnlichen, selbstgebauten kleinen Hütten, die nur aus einem Zimmer bestehen, und weder  mit Möbel ausgestattet, noch mit Strom und Wasser versorgt sind. Die Wände sind nur halb so hoch  wie unsere Wände. In den Baracken findet man lediglich einpaar Wasserbehälter und einpaar Geschirrteile. Die im Sumpfgebiet liegenden Hütten sind von Dreck, stinkender Luft und jeder Menge Moskitos umgeben. Fast alle Kinder haben einen Magerbauch. Die Familien haben nicht einmal etwas, womit sie ihre schlafenden Kinder zudecken können. Die Babys schlafen auf dem staubigen, dreckigen, kühlen Boden. Vielleicht sind sogar viele krank. Wie sollten sie auch an so einem Ort, umgeben voller Dreck und Krankheitserregern, gesund bleiben? Sie haben Hunger, aber nichts zum Essen. Vor lauter Hunger, essen einige Kinder die Blätter von den Bäumen. 

Kein Mensch sieht sie… Kein Mensch hört sie… Viele wissen nicht einmal, dass diese Menschen existieren… Das zu sehen tut weh …

 

Diese Menschen wissen nicht was Freude bedeutet. Sie haben weder Träume noch Hoffnung…

 

Sie dürfen ihr Gelände nicht verlassen… Sie dürfen nicht arbeiten… Kinder können nicht in die Schule gehen... Sie können weder in ihre Heimat zurückkehren, noch können sie als Flüchtlinge in Bangladesch leben…

 

Die Arakaner, obdachlose heimatlose Menschen, die keine Menschenrechte haben.

 

Sie sind unsere Geschwister, unsere Geschwister, die wir nicht kennen!

 

Sie sind unsere Brüder unsere Schwestern, die für uns unbekannt sind!

 

Sie wurden tyrannisiert, verfolgt, gefoltert… Sie hatten keine andere Wahl als von Myanmar zu fliehen…

Sie sind nach Bangladesch geflohen, doch kein Mensch beachtet sie, kein Mensch kümmert sich um diese Menschen. Sie können nicht einmal als Flüchtlinge leben, weil ihnen selbst dieses Recht verwährt wird.

  

Allein nur in diesem einen Lagerplatz leben 1800 Familien und insgesamt mehr als 10 tausend Menschen.

In Myanmar leben die Arakaner noch unter viel schlimmeren Bedingungen, sie leben dort in einer Welt, wo sie als Menschen keinerlei Rechte haben. Sie fliehen daher ins angegrenzte Nachbarland, nach Bangladesch. Obwohl ihnen bewusst ist, dass sie dort ein Leben in stärkerer Armut erwartet. Doch sie ziehen ein Leben in stärkerer Armut vor, als ein Leben in ständiger Misshandlung, Demütigung und Verachtung zu führen.

 

Viele schaffen es nach Bangladesch zu fliehen, aber viele werden auch auf dem Weg dorthin getötet.

 

Diese Menschen, von denen wir bisher nicht einmal wussten, dass sie existieren, sind unserer Glaubensgeschwister. Dabei heißt es doch so schön, dass der Muslim den Schmerz, der seine Geschwister trifft, an sich selbst verspürt. Das Leid unserer Brüder und Schwestern ist also auch unser Leid, doch spüren wir wirklich deren Leid? 

Wie viele von uns kennen unsere arakanischen Geschwister? Wie viele von uns wissen etwas über die unmenschlichen Gräueltaten, worunter sie leiden müssen, wie viele von uns wissen über das menschenunwürdige Leben der Arakaner bescheid? Wie viele von uns reichen ihnen eine helfende Hand?

 

Wir müssen etwas tun… Wir müssen ihr Leid  bekannt  machen, damit die Menschen auf der Welt die Zustände in Arakan kennen und den Arakanern ihre Hilfe zukommen lassen.

Um ihr Leid jedoch nachzuvollziehen, müssen wir uns die unmenschlichen und demütigenden Verhältnisse in Arakan vor Augen führen.  

Arakaner… ein Volk, welches von den Buddhisten in Myanmar tyrannisiert wird.

 

Die Bevölkerungsanzahl von Myanmar (früher Burma) beträgt 50 Millionen. Die Mehrheit der Bevölkerung sind Buddhisten und nur 15 % sind Muslime. Die Mehrheit der Muslime leben im Bezirk Arakan in sehr schlechten Verhältnissen.

 

Reich an Naturschätzen und Öl in der Region, wurde im Jahre 1430, im Bezirk Arakan, eine islamische Regierung gegründet. Durch die buddhistische Besatzung endete die islamische Regierung nach 350 Jahren. Bis zum Jahre 1784 war Arakan unabhängig, danach wurde das Land bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zu einer britischen Kolonie.

 

In den 20.er Jahren wuchs die Anzahl der Muslime. Im Jahre 1942 fand der Völkermord an 100.000 den von Muslimen statt, die in Arakan lebten. Diejenigen, die überlebten, waren gezwungen zu fliehen.

 

Mit dem Ende der britischen Regierung im Jahre 1948 wurde Burma unabhängig. Im Jahre 1962 ergreift der kommunistische General Ne Win, durch einen Militärputsch, die Regierungsmacht, wobei er alle Regierungsrechte gegen die Arakaner benutzt. Ne Win übte seine Gewalt gegen alle Muslime, seinen Geistlichen Führern und die Moscheen aus. Mit Zwang wurde den muslimischen Schülern die buddhistische Religion unterrichtet. Muslimische Frauen wurden auf Lagerplätze verschleppt und dort vergewaltigt. Den Frauen, die infolge der Vergewaltigungen schwanger wurden, wurde die Zwangsheirat mit buddhistischen Männern aufgezwungen. Dörfer wurden vernichtet, Häuser wurden zu Gefängnissen und obdachlose Menschen standen der Armut gegenüber.

 

Schulen, Moscheen und ähnliche Einrichtungen der Muslime wurden verschlossen. Die Moscheen wurden entweder zu buddhistischen Tempel oder in Freizeitzentren umgewandelt. Die islamische Pilgerfahrt, das gemeinsame Gebet sowie andere Gottesdienste wurden verboten. Viele Muslime mussten ihre Heimat, aufgrund der gegen sie ausgeübten Gewalt und Unterdrückung, verlassen. Obwohl viele Muslime ausgewandert waren, bildeten sie im Gebiet Arakan immer noch die Mehrheit, daher erhöhte Ne Win das Ausmaß seiner Gewaltherrschaft und ließ willkürlich Menschen festnehmen und folterten. Infolge dieser unmenschlichen Handlungen mussten Millionen Menschen ihre Heimat Arakan verlassen.

 

Nach, von Menschenrechtsorganisationen, vorliegenden Berichten, sind alleine in den Jahren 1962-1984 bis zu 20.000 Arakaner getötet worden.

Ihre Besitztümer wurden  konfisziert und ihre  Frauen verschleppt und vergewaltigt.

 

Noch heute brauchen Arakaner, um Heiraten zu können, Kinder bekommen zu können, reisen oder besucht werden zu können, ihren Besitz verkaufen oder andere Aktivitäten durchführen zu können, eine Genehmigung, seitens der buddhistischen Regierung. In Arkan herrscht große Wassernot. Strom bekommen diese Menschen nur zwischen 19 und 22 Uhr. Das Benutzen von Internet oder anderen Kommunikationsmitteln ist ihnen strengstens untersagt. Arakaner dürfen nur in die Grundschule gehen, eine höhere Bildung ist für sie verboten. Für die Weiterbildung ist das Übergehen in die buddhistische Religion vorausgesetzt.

 

Das Fehlen der Kommunikation mit der Außenwelt ist das größte Problem für die Menschen in Arakan, da sie ihre Situation und die Schreckensherrschaft unter der sie leiden, nicht bekanntgeben können. Die Regierung verbietet das Einfahren in das Land. Auch beim Einreisen mit dem Flugzeug, ist das Eintreten von Fremden in vielen Bezirken verboten. So ist die herrschende Gewalt der Buddhisten, die sie an den Muslimen ausüben, nicht sichtbar.

 

Die Menschen die aus Myanmar geflüchtet sind, stehen einem harten Schicksal gegenüber. Sie werden in Bangladesch nicht als Flüchtlinge anerkannt und auch sonst gewährt ihnen Bangladesch keinerlei Hilfen, da es selbst zu den ärmsten Ländern zählt und auf Hilfe von Außen angewiesen ist.

 

Die Muslime auf der Welt, müssen den Hilfeschrei der Arkaner und Bangladescher hören. Diesen Menschen, in Myanmar und in Bangladesch, muss dringend geholfen werden. Allah swt befiehlt uns, den Menschen, die in Not sind, in Armut leben oder von ihren Wohnstätten und Heimatorten vertrieben wurden zu helfen. Es ist die Aufgabe eines jeden Muslims, sich um das Leid dieser Menschen zu kümmern, ihnen zu helfen und ihnen mit Güte, Barmherzigkeit und Liebe zu entgegnen.

Den Beweis dafür finden wir im Kuran, wo Allah swt an vielen Stellen, den Gläubigen aufträgt, wie sie mit den, von ihren Heimstätten vertriebenen und den auf Allahs Weg ausgewanderten umgehen sollen:

 

„(Das gehört) den armen Auswanderern, die aus ihren Wohnstätten und von ihrem Besitz vertrieben worden sind, weil sie nach Huld von Allah und Wohlgefallen trachten und Allah und Seinem Gesandten helfen. Das sind die Wahrhaftigen.“ (Al-Haschr, Vers 8)

 

„Und diejenigen, die in der Wohnstätte und im Glauben vor ihnen zu Hause waren, lieben (all die,) wer zu ihnen ausgewandert ist, und empfinden in ihren Brüsten kein Bedürfnis nach dem, was (diesen) gegeben worden ist, und sie ziehen (die Flüchtlinge) sich selbst vor, auch wenn sie selber bedürftig sind. . Wer so vor seiner eigenen Habsucht bewahrt ist- denen ergeht es wohl. (Al-Haschr, Vers9)

 

Wie wir aus diesen und aus noch unzähligen anderen Ayat entnehmen können, sind die wahrhaftigen Gläubigen unter anderem diejenigen, die von ihrem Besitz an die Armen und Bedürftigen abgeben.

 

Wenn dies allen Muslimen bewusst wäre,  würden Flüchtlinge nicht so stark leiden!

 

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